Kobalt

Mensch und Tier / Funktionen

Kobalt zählt bei Mensch und Tier zu den lebensnotwendigen Nährelementen, ebenso bei den Bakterien und Archaeen. Besonders wichtig ist Kobalt für die Wiederkäuer, da deren Ernährung von den Mikroorganismen im Pansen abhängt. Beim Menschen wird der tägliche Co-Bedarf mit 3 μg angegeben. Kobalt-Mangel kann zu Störungen bei der Blutkörperchenbildung und zur Verkümmerung der Magenschleimhaut führen. Da Pflanzen wenig oder kaum Kobalt enthalten, kommt es bei veganer Ernährung zu einem Vitamin-B12-Mangel. Kobalt ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Vitamins.

Auch in der Tierernährung spielt Kobalt eine wichtige Rolle. In ihrer Dissertation an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover (2002) zum Thema „Untersuchungen zur Kobalt-Versorgung von Milchkühen“ hat Kirsten Stemme festgestellt, dass Kobalt die mikrobielle Vitamin-B12-Synthese im Pansen fördert. Für die Versorgung der Kühe sind 0,13 mg je Kilogramm Lebendgewicht ausreichend; eine zusätzliche Zufütterung von Kobalt ist nicht erforderlich.

Pflanze / Funktionen

Kobalt zählte bislang nicht zu den lebenswichtigen Spurenelementen in der Pflanzenernährung. Neuere Untersuchungen scheinen diese Sichtweise aber zu widerlegen. Die für die Stickstofffixierung der Leguminosen wichtigen Rhizobien benötigen Kobalt, das heißt bei der Impfung der Leguminosen muss sichergestellt werden, dass genügend Kobalt zur Verfügung steht. Weitere wichtige Nährelemente für die Rhizobien sind Molybdän und Eisen.

Die Rolle des Kobalt bei der Stickstofffixierung ist seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bekannt. Der Gehalt an Vitamin B 12 ist positiv korreliert mit dem Kobaltgehalt. Ein latenter Kobaltmangel führt zu einer um bis zu 30 % verringerten Besiedlung der Leguminosen mir Rhizobien. Ursache ist die gestörte Synthese des Leghämoglobin (die „roten Blutkörperchen“ der Rhizobien). Bei Erdnüssen gingen dadurch die Erträge um ein Viertel zurück.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass Kobalt auch positive Auswirkungen auf die Pflanzen hat. Eine zu geringe Verfügbarkeit von Kobalt hat laut Spektrum der Wissenschaft in Pflanzen generell das Auftreten von Mangelerscheinungen zur Folge: Wachstumshemmung, schlechtere Trockenresistenz, beschleunigte Abreife. In einem ägyptischen Versuch wurde durch Kobalt die Verfügbarkeit von N, P und K bei Tomaten erhöht. Bei Leguminosen führt Kobaltmangel indirekt zu einer geringeren Methionin-Synthese, deren direkte Ursache die geringere Stickstofffixierung ist.

Düngung

Die Co-Verfügbarkeit ist abhängig vom pH-Wert des Bodens. In einer Schwarzerde mit pH 7.3 war die Verfügbarkeit geringer als in einer degradierten Schwarzerde mit pH 5.3. Werte von 45 μg/kg TM gelten bei Lupinen als mangelhaft; bei 105 μg/kg kennzeichnen eine ausreichende Versorgung. Höhere Co-Gehalte liegen bei basalthaltigen Gesteinsmehlen vor.