Date:Mai 18, 2016

Biodiesel-Rückstände verringern Stickstoffauswaschung

Während der Biodieselherstellung entstehen Rückstände, die hervorragend dazu beitragen können, die Nitratauswaschung fast vollständig zu verringern. Außerdem wird innerhalb von wenigen Tagen der Aufbau mikrobieller Biomasse um 21 % gesteigert, wie Versuche am britischen Agrarforschungszentrum in Rothamsted zeigen. Parallel dazu wurden Stroh und Grasrückstände bis in 23 cm Tiefe eingearbeitet. Die Wirkung der nur in geringen Mengen ausgebrachten Rückstände (in Rothamsted als Biodiesel-Co Product – BCP bezeichnet) lag bei 99 % und hielt über die gesamte Vegetationsperiode an. Bereits eine einzige Applikation mit BCP reicht aus, um den Sticksoff vorübergehend zu immobilisieren, der später wieder langsam und gleichmäßig freigesetzt wird. Beim BCP handelt es sich um eine wasserlösliche Mischung aus Glycerol, Fettsäuresalzen, Methylestern, Mono- und Diglyceriden, Kalium- oder auch Natriumhydroxid, Methanol und Wasser. Das BCP selber enthält kaum Stickstoff; die Schwermetallgehalte liegen unter denen des Strohs oder anderer Ernterückstände; der Kalium-Gehalt beträgt 40 kg je Tonne BCP. Die Kosten belaufen sich auf maximal 80 € je Tonne. Jedes Jahr fallen in der europäischen Biodieselproduktion 2 bis 3 Millionen Tonnen BCP an.

In England werden 62 % der landwirtschaftlich genutzten Böden als auswaschungsgefährdet eingeschätzt.

Aus Geoderma; December 2015 sowie Forschungsberichten von Rothamsted Research.