Date:Februar 10, 2016

Neuer Ammonium-Dünger

Um Kosten zu sparen will der Eisen- und Stahlhersteller ThyssenKrupp die Abgase seiner Kokerei am Standort Duisburg in einen Stickstoffdünger umwandeln. Bislang wird das Koksofengas mittels Gaswäsche entschwefelt. Die Waschlösung fängt auch auch das im Gas enthaltene Ammoniak und das Kohlendioxid auf. Das dabei entstehende Sauergas enthält 21 – 34 % NH3, 15 – 34 % CO2, 6 – 15 % H2S sowie Spuren anderer Gase. In einem weiteren Schritt wird der Schwefel abgetrennt und anschließend verkauft. Das Ammoniak wurde bislang in einem Verbrennungsofen katalytisch in Wasserstoff und Stickstoff gespalten. Jetzt hat das Unternehmen gemeinsam mit der TU Berlin eine Pilotanlage errichtet, in der das Ammoniak im Sauergas zu Ammoniumcarbonat umgewandelt wird. Nach Angaben des Projektleiters ist das Ammoniumcarbonat so sauber, dass es als Düngemittel eingesetzt werden kann. In der Pilotanlage fallen derzeit umgerechnet 5,5 Tonnen pro Jahr an. Würde das gesamte Sauergas auf diese Weise behandelt, könnte ThyssenKrupp jährlich 40.000 bis 50.000 Tonnen als N-Dünger verkaufen. Normalerweise entsteht Ammoniumcarbonat durch Hydrolyse von Harnstoff unter Zuhilfenahme des Enzyms Urease. Anschließend wird es im Boden nitrifiziert.

Aus den VDI-Nachrichten vom 5.2.2016